Die Entstehung des Red Knights MC Germany 1
Claus Colonel Feederle war ein Feuerwehrmann mit einer Leidenschaft für Motorräder und einer ausgeprägten Abenteuerlust. Im Jahr 2006 führte ihn ein Trip nach New York City, wo er auf der 7th Avenue eine Gruppe beeindruckender Biker traf: die Red Knights. Diese Gemeinschaft von Feuerwehrleuten, die ihre Liebe zu Motorrädern teilten, faszinierte ihn sofort. Die Begegnung ließ ihn nicht mehr los, und als Claus nach Sigmaringen zurückkehrte, entschied er sich, selbst Mitglied der Red Knights zu werden – zunächst als MAL (Member-at-Large).
Damals, in Deutschland, war das Konzept der Red Knights noch nahezu unbekannt, und Colonel wurde von einigen scherzhaft als „Hells Angel der Feuerwehr“ bezeichnet. Doch das war für ihn nur ein Ansporn, seine Vision weiterzuverfolgen: ein eigenes Chapter in Deutschland zu gründen.
Auf seiner Suche nach Gleichgesinnten erfuhr Colonel, dass es bereits ein Chapter in Wien gab. Er nahm Kontakt auf, doch die Enttäuschung folgte schnell: Aufgrund mangelnden Interesses stand das Wiener Chapter kurz vor der Auflösung. Fast zeitgleich meldeten sich jedoch Feuerwehrleute aus Wolfenbüttel, der Schweiz und Gießen bei ihm. Mit wachsendem Interesse und Unterstützung aus verschiedenen Regionen wurde schließlich 2008 das erste deutsche Chapter gegründet: GER I.
Die Bewegung nahm schnell Fahrt auf. Kurz nach GER I entstanden GER II und GER III, und auch in der Schweiz wurde CH I ins Leben gerufen. Fast zur gleichen Zeit erreichte Claus die Nachricht, dass in Belgien das Chapter BEL I gegründet worden war – und kurze Zeit später folgte BEL II.
Im Jahr 2010 kam es schließlich zum ersten Treffen der europäischen Red Knights, wenn auch noch nicht unter der heutigen Bezeichnung. Der Anlass war ein besonderer: das 100-jährige Jubiläum der Feuerwehr Sigmaringen. Doch vor den Feierlichkeiten musste eine traurige Pflicht erfüllt werden – die Organisation der Trauerfeier für Didi, ein Mitglied, das die Gemeinschaft verloren hatte.
Wolfenbüttel wurde im selben Jahr zum Ziel der ersten gemeinsamen Fahrt, die sich in den Folgejahren beinahe zu einer Tradition entwickelte.
Doch das inoffizielle Zentrum der europäischen Red Knights war Gießen, wo GER III beheimatet war.
Ein weiterer Meilenstein folgte 2011. Auf dem Flughafen von Charleroi in Belgien wurde die EU Association der Red Knights gegründet. Pierre Halleux wurde zum Presidenten gewählt, während Colonel als Vizepräsident fungierte.
Die Geschichte der Red Knights in Europa wäre jedoch nicht vollständig ohne Wautzi, ein Mitglied aus der Schweiz, zu erwähnen. Bereits drei oder vier Jahre vor Colonel war Wautzi als MAL aktiv. Die beiden hatten einst Kontakt und sprachen über die Möglichkeit, ein Schweizer Chapter zu gründen. Doch sie verloren sich aus den Augen, bis sie sich 2010 beim Treffen in Sigmaringen wiedertrafen. Heute sind Colonel und Wautzi Mitglieder desselben Chapters in der Schweiz – ein Symbol für die Verbundenheit und den Zusammenhalt der Red Knights, die weit über nationale Grenzen hinausreicht.
So ist die Geschichte der Red Knights in Europa eine Geschichte von Leidenschaft, Gemeinschaft und der unermüdlichen Vision, Menschen zusammenzubringen, die die gleichen Werte teilen – Brüderlichkeit, Freundschaft und die Liebe zu Motorrädern.